Archiv der Kategorie: Allgemein

Heiraten in der Schweiz

Heutzutage wird jede dritte Ehe in der Schweiz zwischen Schweizern und Ausländern geschlossen. Dabei ist das Verfahren mit den Behörden nicht immer ganz einfach, vorallem wenn der ausländische Ehepartner Angehöriger eines Drittstaates ist. Viel Zeit und Geduld werden daher benötigt.

Zürich

Ehevorbereitung
Bevor eine Heirat stattfinden kann, wird im Ehevorbereitungsverfahren geprüft, ob die Heiratswilligen „ehefähig“ sind. Das heisst, die Urteilfähigkeit und Mündigkeit der Personen sowie allfällige „Ehehindernisse“ werden kontrolliert. „Ehehindernisse“ liegen vor, wenn ein Partner noch in einer anderen Ehe gebunden ist oder eine nahe Verwandtschaft zwischen den Heiratswilligen besteht. Zusätzlich kontrollieren die Ämter ob keine Scheinehe vorliegt. Ein ausländischer Verlobter muss zudem spätestens im Zeitpunkt der Trauung eine Aufenthaltsbewilligung nachweisen können. Das Ehevorbereitungsverfahren kann auf dem zuständigen Zivilstandsamt oder auf der entsprechenden Schweizer Vertretung im Ausland eingeleitet werden.

Normalerweise müssen folgende Papiere eingereicht werden:

  • Geburtsurkunde und Angaben der Eltern
  • Bescheinigung das keine andere Ehe besteht
  • Wohnsitznachweis
  • Pass oder Identitätskarte
  • Eheanerkennungserklärung des Heimat- oder Wohnsitzstaates oder ein Ehefähigkeitszeugnis

Sobald ein Paar als „ehefähig“ angesehen wird, kann das formelle Ehegesuch beim Zivilstandsamt eingereicht werden.

Trauermächtigung und Heirat
Ist das Ehevorbereitungsverfahren abgeschlossen und sind alle Voraussetzungen erfüllt, erteilt das Migrationsamt eine befristete Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Heirat. Innerhalb dieser Frist muss die Hochzeit stattfinden. Zunächst muss aber noch die Trauermächtigung beim Zivilstandsamt eingeholt werden. Die Heirat hat spätestens drei Monate nach dieser Ermächtigung zu erfolgen.

Heirat während eines Kurzaufenthalts in der Schweiz
Sofern der ausländische Partner als Tourist in die Schweiz eingereist ist und das Paar beschliesst während dieses Ferienaufenthalts zu heiraten, muss der ausländische Partner spätestens 14 Tage vor Ablauf des Touristenvisums (oder 3 Monate nach Einreise) beim Migrationsamt ein Gesuch um eine Kurzaufenthaltsbewilligung zwecks Vorbereitung der Ehe stellen. Eine Bewilligung wird nur erteilt, wenn die Ehevorbereitungen bereits so weit fortgeschritten sind, dass innerhalb vernünftiger Frist mit einer Heirat zu rechnen ist.

Die Juristen von Swiss-permits.ch können für Sie sämtliche Einwanderungsdokumente vorbereiten und Sie bei rechtlichen Fragen hinsichtlich Ihrer Einwanderung in die Schweiz beraten. Bestellen Sie Ihre Unterlagen jetzt direkt online.

Die Aufenthaltsbewilligung B

Personen die für mindestens ein Jahr in die Schweiz einreisen und dabei einen bestimmten Aufenthaltszweck verfolgen, müssen die Aufenthaltsbewilligung B beantragen. Dieser Blogbeitrag legt die Kernelemente der Aufenthaltsbewilligung B dar.

Geneva aerial, Switzerland

Herkunftsland
Das Schweizer Einwanderungsrecht unterscheidet zwischen Staatsangehörigen der EU/EFTA Staaten und Angehörigen aus Drittstaaten.

Durch billaterale Abkommen zwischen den EU/EFTA Staaten und der Schweiz haben Angehörige dieser Saaten das Recht, sich in der Schweiz niederzulassen und eine entsprechende Bewilligung zu erhalten (Aufenthaltsbewilligung B EU/EFTA). Die sogenannte Personenfreizügigkeit ist somit auch auf die Schweiz anwendbar.

Für Angehörige von Drittstaaten, auf der anderen Seite, bestehen zusätzliche Regelungen. Die einzelnen Voraussetzungen sind:

  • Vorrang: Eine Bewilligung für Drittstaatsangehörigen ist erst möglich, wenn auf dem Schweizer Arbeitsmarkt und auf den Arbeitsmärkten der EU/EFTA-Länder keine Personen mit Vorrang zur Verfügung stehen.
  • Orts- und branchenübliche Lohn- und Arbeitsbedingungen: Der bezahlte Lohn, die Sozialversicherungsbeiträge sowie die Arbeitsbedingungen für die ausländische Arbeitskraft müssen den orts-, berufs- und branchenüblichen Verhältnissen entsprechen.
  • Persönliche Voraussetzungen: Eine Bewilligung erhalten Führungskräfte, Spezialistinnen und Spezialisten sowie andere qualifizierte Arbeitskräfte.

Die Behörden haben beim Entscheid über die Erteilung einer Bewilligung einen grösseren Handlungsspielraum. Es besteht grundsätzlich kein Recht auf Erteilung einer Bewilligung. Weiterführende Informationen finden Sie auf der Seite des Bundesamt für Migration.

Aufenthaltszweck
Für die Erteilung einer Bewilligung muss weiter ein gültiger Aufenhaltszweck vorliegen. Folgende Zwecke werden unterschieden:

  • Aufenthalt zwecks Erwerbstätigkeit (selbständig oder unselbständig)
  • Aufenthalt zwecks Verbleib bei der Familie (Familiennachzug)
  • Aufenthalt als Nichterwerbstätiger (z.B. Rentner oder Privatier)
  • Aufenthalt zwecks Studium oder Ausbildung
  • Aufenthalt zwecks medizinischer Behandlung
  • Verbleib in der Schweiz aufgrund eines Härtefalls

Aufenthaltsdauer 
Zuletzt ist die Aufenthaltsdauer massgebend. Für eine Aufenthaltsbewilligung B wird eine Aufenthaltsdauer von mindestens einem Jahr erwartet. Oftmals wird die Bewilligung auch erteilt, wenn der Antragsteller auf unbestimmte Zeit in die Schweiz einreist.

Stellenwechsel
Angehörige der EU-25/EFTA-Staaten mit Wohnsitz in der Schweiz können ihre Arbeitsstelle jederzeit wechseln. Sie benötigen keine Bewilligung hierzu.
Auch Drittstaatsangehörige die mit einer Aufenthaltsbewilligung B zur Erwerbstätigkeit in der Schweiz zugelassen sind, haben grundsätzlich die Möglichkeit, in der ganzen Schweiz einer Arbeitstätigkeit nachzugehen. Achtung, hierzu können einzelne Ausnahmen bestehen.

Wohnortwechsel
Die Aufenthaltsbewilligungen B EU/EFTA gilt für das ganze Gebiet der Schweiz. Somit benötigen Angehörige der EU/EFTA keine neue Bewilligung, wenn sie ihren Wohnsitz in einen anderen Kanton verlegen. Sie müssen sich lediglich bei den zuständigen Einwohnerkontrollen zuerst abmelden und am neuen Wohnort wieder anmelden.
Auch Angehörige von Drittstaaten die zum Zwecke der Erwerbstätigkeit in der Schweiz weilen, benötigen keine Bewilligung, um ihren Wohnsitz innerhalb der Schweiz zu wechseln. Sofern ein anderer Zweck vorliegt (Ausbildung, medizinische Behandlung, Rentner etc.), muss jedoch eine Bewilligung beim zuständigen Migrationsamt eingeholt werden.

Die Juristen von Swiss-Permits.ch können für Sie sämtliche Einwanderungsdokumente vorbereiten und Sie bei rechtlichen Fragen hinsichtlich Ihrer Einwanderung in die Schweiz beraten. Bestellen Sie Ihre Unterlagen jetzt direkt online.

Wie erhalte ich den Schweizer Pass?

Man muss nicht „Fan“ der Schweizer Nationalmannschaft sein oder den „Schweizer Psalm“ auswendig kennen, obwohl dies ihrem Beliebtheitsgrad bei Schweizer Arbeitskollegen zweifelsohne zugute kommen würde, sind dies keine Voraussetzungen für den Erhalt des Schweizer Pass. Folgender Beitrag zeigt Ihnen die Voraussetzungen, das Verfahren und die Vorgehensweise zum Erhalt des Schweizer Pass, die Einbürgerung, auf.

SONY DSC

Ordentliche Einbürgerung
Das Schweizer Bürgerrecht wird entweder durch Abstammung, Adoption oder durch das ordentliche oder erleichterte Einbürgerungsverfahren erworben. Eine erleichterte Einbürgerung wir dann vollzogen, wenn Sie mit einer Schweizerin bzw. einem Schweizer verheiratet sind oder Kind einer Schweizerin oder eines Schweizers sind. Verfügen Sie über keine dieser Voraussetzungen so ist die erleichterte Einbürgerung nicht möglich. Es folgt somit die ordentliche Einbürgerung.

Voraussetzungen zur ordentlichen Einbürgerung
Sie erhalten das Bürgerrecht von ihrer Wohngemeinde, dem Wohnkanton und dem Bund. Diese drei entscheiden unabhängig voneinander über die Erteilung des Bürgerrechts. Weist eine der drei Behörden das Einbürgerungsgesuch ab, ist das Verfahren beendet. Ein erneutes Einbürgerungsverfahren ist damit nicht mehr möglich.

Bei Ihrer Einbürgerung überprüft die Gemeinde normalerweise folgende Voraussetzungen*. Kanton und Bund übernehmen diese in der Regel und können Ergänzungen anbringen.

  • Aufenthalt von 12 Jahren in der Schweiz. Dazu in der Regel ein mehrjähriger Aufenthalt im Kanton und der Wohngemeinde vor Einreichung des Gesuchs.
  • Vertrautsein mit den Lebensverhältnissen in der Schweiz, im Kanton und in der Gemeinde
  • Ausreichende sprachliche und staatsbürgerliche Kenntnisse
  • Achtung der Werte der Bundes- und der Kantonsverfassung
  • Beachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung
  • Wille zur Teilnahme am Wirtschaftsleben oder zum Erwerb von Bildung

*Die exakten Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Kanton und Gemeinde. Ihre Wohngemeinde kann ihnen dazu weitere Informationen erteilen.

Verfahren und Dauer der ordentlichen Einbürgerung
Je nach Kanton in welchem Sie sich einbürgern wollen (i.d.R. Wohnkanton) müssen Sie das Gesuch um Einbürgerung bei ihrer Gemeinde oder beim Bundesamt für Migration einreichen. Fragen Sie dazu bei ihrer Wohngemeinde nach dem exakten Verfahren. Nach der Gesuchseinreichung wird man Sie zu einem persönlichen Gespräch einladen und Sie über die weiteren Schritte informieren. Je nach Wohnkanton resp. Wohngemeinde unterscheidet sich dann die Dauer und die Vorgehensweise des weiteren Einbürgerungsverfahren. Oftmals führen die Gemeinden schriftliche oder mündliche Einbürgerungstests durch. Dabei wird Ihr Wissen über die Schweiz und den Wohnkanton abgefragt. Andere Gemeinden lassen anlässlich der Gemeindeversammlung darüber abstimmen, ob Sie das Bürgerrecht erhalten sollen, sog. Zusicherung des Gemeindebürgerrechts.
Die Gemeinde reicht das Gesuch dem Kanton weiter. Dieser bezieht dazu Stellung und bringt falls gewollt Ergänzungen an. Der Kanton reicht das Gesuch dann dem Bund weiter.
Erst bei unabhängiger Zustimmung aller drei Behördern, wird das Bürgerrecht erteilt und die Möglichkeit zum Bezug des Schweizer Pass gegeben.

Die Juristen von Swiss-Permits.ch können für Sie sämtliche Einwanderungsdokumente vorbereiten und Sie bei rechtlichen Fragen hinsichtlich Ihrer Einwanderung in die Schweiz beraten. Bestellen Sie Ihre Unterlagen jetzt direkt online.